Skip to main content

Jacques Roubaud

Jacques Roubaud, geb. 1932 in Caluire (Rhône), lebt in Paris. Er lehrte Mathematik an der Universität von Nanterre und Formale Poetik an der École des Hautes Études en Sciences Sociales, ist Mitglied der Gruppe OuLiPo, Mitbegründer der Zeitschrift Change und gehört dem Redaktionskomitee von Action Poétique und Poesie an.

Seine Erstveröffentlichung trägt den Titel: E (1967). Zuletzt erschien: Mathématique (1997). In deutscher Sprache liegen von ihm die folgenden Romane vor: Die schöne Hortensie (1989); Die Entführung der schönen Hortensie (1990); Hortensie im Exil (1991), außerdem der Gedichtband Stand der Orte (2000). Jacques Roubaud war 1995 im Rahmen von Poesie der Nachbarn in Edenkoben zu Gast. 

Jacques Roubaud, Edenkoben, 30. September 1995 

Auf den Rebstöcken 
angeordnet in vollkommenen Reihen
in den Strophen der Reben
warten die Trauben darauf
in Wein übersetzt zu werden

während in den Seiten
die französischen Silben
sich darauf vorbereiten
deutsche Poesie
zu werden 

Autoren


    

   

  

  Jacques Roubaud, geb. 1932 in Caluire (Rhône), lebt in Paris. Er lehrte Mathematik an der Universität von Nanterre und Formale Poetik an der École des Hautes Études en Sciences Sociales, ist Mitglied der Gruppe OuLiPo, Mitbegründer der Zeitschrift Change und gehört dem Redaktionskomitee von Action Poétique und Poesie an.  
  

  

  

  

  
    

   

  

  Walter Helmut Fritz, geboren 1929 in Karlsruhe, lebt als freier Schriftsteller in Karlsruhe. Seit 1956 veröffentlicht er Übersetzungen, Gedichte, Erzählungen, Romane und Essays, u.a. Zeit des Sehens.  
  

  

  

  

  
    

   

  

  Brigitte Struzyk, geboren 1946 in Steinbach-Hallenberg/Thüringen, lebt in Berlin. Seit 1973 veröffentlicht sie Lyrik, Prosa, Hörspiele, außerdem Nachdichtungen aus dem Russischen, Ungarischen, Schwedischen und Italienischen. Zuletzt erschien ihr Roman: Schwebend unwirksam (2003).  
  

  

  

  

  
    

   

  

  Werner Laubscher, geboren 1927 in Kaiserslautern, lebt als Schriftsteller und Maler in Landau. Er veröffentlichte Lyrik, Prosa, Lautkompositionen und experimentelle Texte, u.a. Winterkassation (1997), Die Germansviller Dokumente, experimenteller Roman (1996), Reise nach Amoenia. Eine Madrigalkomödie (2001).  
  

  

  

  

  
    

   

  

  Wolfgang Hermann, geboren 1961 in Bregenz, ist seit 1987 freier Schriftsteller. Er lebte einige Jahre in Deutschland und Frankreich. Seine zahlreichen Veröffentlichungen umfassen Hörspiele, Drehbücher, Theaterstücke, Erzählungen und Gedichte.  
  

  

  

  

  
    

   

  

  Adrien Finck, geboren 1930 in Hagenbach (Sundgau), war Professor an der Universität Straßburg und ist der Herausgeber der Elsässischen Literaturzeitschrift/Revue Alsacienne de Littérature. Er koordinierte den elsässisch-pfälzischen Kulturaustausch und war Mitherausgeber der Reihe DIALOGue.  
  

  

  

  

  
    

   

  

  Stephan Bock, geb. 1946 in Hartmannsdort/Sachsen, lebt in Bochum. Nach der Promotion an der Ruhr-Universität arbeitete er als Dramaturg beim Bochumer Ensemble und ist seit 1992 als freier Autor tätig. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen Prosa, Essays, Hörspiele, Radio-Essays sowie zuletzt die Hommage an Heinrich von Kleist: Der Klarinettenpreusse (2001).  
  

  

  

  

  
    

   

  

  Hans Thill, geboren 1954 in Baden-Baden, lebt in Heidelberg. Er ist Mitbegründer des Verlags Das Wunderhorn. Er veröffentlichte u.a. die Gedichtbände Gelächter Sirenen (1985), Zivile Ziele (1995) sowie Kopfsteinperspektive. Post aus Plovdiv und Sofia (2000).  
  

  

  

  

  
    

   

  

  Michael Buselmeier, geboren 1938 in Berlin, lebt und arbeitet in Heidelberg. Der Lyriker, Erzähler, Essayist und literarische Stadtführer führt gelegentlich auch, auf den Spuren seines Romanhelden „Schoppe“ (1989), durch die Landschaft der Vorderpfalz.  
  

  

  

  

  
   

   

  Joachim Sartorius, geboren 1946 in Fürth/Bayern, wuchs in Tunis auf und lebt heute in Berlin. Er ist Intendant der Berliner Festspiele. Neben den Anthologien Atlas der Neuen Poesie (1995) und Minima Poetica (2001) veröffentlichte er zuletzt die Gedichtbände In den ägyptischen Filmen (2002) und Ich habe die Nacht (2003) sowie den Essayband Das Innere der Schiffe (2006).  
  mehr ...

Walter Helmut Fritz

Walter Helmut Fritz, geboren 1929 in Karlsruhe, lebt als freier Schriftsteller in Karlsruhe. Seit 1956 veröffentlicht er Übersetzungen, Gedichte, Erzählungen, Romane und Essays, u.a. Zeit des Sehens.

Prosa (1989), Gesammelte Gedichte 1979-1994 (1994), Was einmal im Geist gelebt hat (1999). Er ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. U.a. wurde er ausgezeichnet mit dem Stuttgarter Literaturpreis, dem Georg-Trakl-Preis, dem Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1995). 1995 wirkte er bei dem Übersetzungsprojekt Poesie der Nachbarn mit und war von 1995 bis 1999 Beiratsvorsitzender des Künstlerhauses Edenkoben.

Walter Helmut Fritz, Die Tage schauen noch einmal her (Auszug),
12. Dezember 2006

Die Lese: neulich der Anfang, leicht in der
lebendigen Luft. Heute: der steife Rücken,
die klammen Finger, die kalten Füße. Einige
Träume auf dem Gesicht. Der Matsch und
der dreiste Nebel. Das Klicken der Scheren.
Der Logelträger auf dem Weg zum Wagen.
Was weiterlebt, sind die Stimmen am Ende
der Zeile, ist ein Lachen, das einem Lachen
antwortet. Die Tage schauen noch einmal
her, ehe sie fortziehen.

Brigitte Struzyk

Brigitte Struzyk, geboren 1946 in Steinbach-Hallenberg/Thüringen, lebt in Berlin. Seit 1973 veröffentlicht sie Lyrik, Prosa, Hörspiele, außerdem Nachdichtungen aus dem Russischen, Ungarischen, Schwedischen und Italienischen. Zuletzt erschien ihr Roman: Schwebend unwirksam (2003).

Sie wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Lion-Feuchtwanger-Preis, der Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung, dem Stipendium des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg sowie mit dem Stipendium des Künstlerhauses Edenkoben im Jahre 2003. Brigitte Struzyk ist Mitglied des P.E.N. und nahm bereits viermal an der Übersetzungswerkstatt Poesie der Nachbarn teil. 

Brigitte Struzyk, Rundgang, September 1994 

Ich aber ging
 durch den Weinberg
 Ich ging
 wo die Birnen
 am Wegrand
 o weh
 wo sie lagen
 und dachte an ihn
 ob er getrunken hat
 ob er trunken war
 vom Leben vom Tod
 halbe / halbe 

Werner Laubscher

Werner Laubscher, geboren 1927 in Kaiserslautern, lebt als Schriftsteller und Maler in Landau. Er veröffentlichte Lyrik, Prosa, Lautkompositionen und experimentelle Texte, u.a. Winterkassation (1997), Die Germansviller Dokumente, experimenteller Roman (1996), Reise nach Amoenia. Eine Madrigalkomödie (2001).
 
Werner Laubscher wurde ausgezeichnet mit dem Martha-Saalfeld-Preis und dem Pfalzpreis für Literatur. Er war Stipendiat auf Schloß Wiepersdorf sowie zweimal Preisträger beim Wettbewerb „Buch des Jahres Rheinland-Pfalz“. 

Werner Laubscher, 1996

Stumm vor Wanderglück
Frühlingspastelle im Malersack – da
der erste Mandelbaum
noch starr
vor Erschrecken
schon zu blühn
und dann seine zierliche Geste:
ein Morgennicken
über die Ebene.

Wolfgang Hermann

Wolfgang Hermann, geboren 1961 in Bregenz, ist seit 1987 freier Schriftsteller. Er lebte einige Jahre in Deutschland und Frankreich. Seine zahlreichen Veröffentlichungen umfassen Hörspiele, Drehbücher, Theaterstücke, Erzählungen und Gedichte.

Zuletzt erschienen Das Gesicht in der Tiefe der Straße. "Momente einer Stadt" (2004) und "Herr Faustini verreist". Roman (2006). Wolfgang Hermann wurde u.a. mit dem österreichischen Staatsstipendium für Literatur ausgezeichnet und war im Jahr 2005 Stipendiat im Herrenhaus Edenkoben.

Wolfgang Hermann, Oktober 2005

rauchgelb die mondsichel
zwischen den schirmen der kiefern
im tal bereitet sich alles
für die nacht
lange standen die nebel
vom fluß in den tag
im großen amselrufen
schwindet der weinberg
unterm gegorenen geruch von erde
reif für ein weiteres jahr

Adrien Finck

Adrien Finck, geboren 1930 in Hagenbach (Sundgau), war Professor an der Universität Straßburg und ist der Herausgeber der Elsässischen Literaturzeitschrift/Revue Alsacienne de Littérature. Er koordinierte den elsässisch-pfälzischen Kulturaustausch und war Mitherausgeber der Reihe DIALOGue.

Der zweisprachige Schriftsteller ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und veröffentlichte neben wissenschaftlichen Publikationen Gedichte, Erzählungen, Essays in elsässischer Mundart, in hochdeutscher und französischer Sprache, Übersetzungen sowie Anthologien. 

Seine gesammelten Gedichte sowie eine Erzählung liegen in drei ersten Bänden einer Werkausgabe vor: Poèmes/Gedichte 1 (2002), Poèmes/Gedichte 2 (2003), Der Sprachlose (2004). 
Adrien Finck wurde u.a. mit dem Hebel-Preis ausgezeichnet.

Adrien Finck, Abendluft, 1992 

So sprachfern ist alles geworden 
Die fliegende Blume aber
sommervogel
auf rebengeradem Abendweg
Edenkobener Tal
wo Goldsand schien fast heimatnah
glich dir noch lang 
Du nanntest sie Blume des Mundes 
Und als der Tag abnahm
dort auf der alten Seite der
blauen Gedichte
Gebirge
kam die Abendluft
von weiter als man sah 
Wann blüht sie die Rose am Rhein 

Stephan Bock

Stephan Bock, geb. 1946 in Hartmannsdort/Sachsen, lebt in Bochum. Nach der Promotion an der Ruhr-Universität arbeitete er als Dramaturg beim Bochumer Ensemble und ist seit 1992 als freier Autor tätig. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen Prosa, Essays, Hörspiele, Radio-Essays sowie zuletzt die Hommage an Heinrich von Kleist: "Der Klarinettenpreusse" (2001).

Er wurde u.a. mit dem Förderpreis der Ben Witter-Stiftung Hamburg und dem Arbeitsstipendium der Kultur-Stiftung NRW ausgezeichnet und war 2005 Stipendiat im Künstlerhaus Edenkoben.

Stephan Bock, Weinstraße, Abseits, 8. Februar 2005 

für K 
 Rot die butte am zweig
 schwarz schon das blatt am dorn
 hügelan rebengeäst und verschnitt,
 Sonne hat rutenlauf 

Hans Thill

Hans Thill, geboren 1954 in Baden-Baden, lebt in Heidelberg. Er ist Mitbegründer des Verlags Das Wunderhorn. Er veröffentlichte u.a. die Gedichtbände "Gelächter Sirenen" (1985), "Zivile Ziele" (1995) sowie "Kopfsteinperspektive. Post aus Plovdiv und Sofia" (2000).

Gemeinsam mit Michael Braun war er Herausgeber der Anthologien: "Punktzeit. Deutschsprachige Lyrik der achtziger Jahre" (1987) und "Das verlorene Alphabet. Deutschsprachige Lyrik der neunziger Jahre" (1998). Zuletzt erschien seine Lyriksammlung "Kühle Religionen" (2003), für die er den Peter-Huchel-Preis erhielt. Hans Thill hat zahlreiche Übersetzungen aus dem Französischen vorgelegt und ist seit 2003 Leiter der Übersetzungswerkstatt Poesie der Nachbarn.

Hans Thill, Essbare Wörter, 1997

Essbare Wörter, 
 Honigvögel, schwarz und bunt,
 pickten auf den Tischen,
 jemand leise: höchster
 Herbst? 
 Flugzeuge darüber 

Michael Buselmeier

Michael Buselmeier, geboren 1938 in Berlin, lebt und arbeitet in Heidelberg. Der Lyriker, Erzähler, Essayist und literarische Stadtführer führt gelegentlich auch, auf den Spuren seines Romanhelden „Schoppe“ (1989), durch die Landschaft der Vorderpfalz.

Er ist Herausgeber der Edition Künstlerhaus und wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Pfalzpreis für Literatur. Die letzten seiner zahlreichen Veröffentlichungen sind: "Amsterdam, Leidseplein". Roman (2003); "Erlebte Geschichte erzählt 1994 bis 1997 und 1998 bis 2000" (2000 und 2003); "Der Knabe singts im Wunderhorn". "Romantik heute" (Anthologie 2006) und "Lichtaxt". Gedichte (2006). Michael Buselmeier wirkte mehrfach bei der Übersetzungswerkstatt Poesie der Nachbarn mit und war im Jahr 2003 Stipendiat des Künstlerhauses Edenkoben.

Michael Buselmeier, Garten Eden im November, 1997

Wie der Baum vor der Landschaft
 stehen die Gedanken schwarz vor dem
 Abend /ein Abgang
und müd in den
 Sprossen der Verse das gütige
 Himmelslicht auf der Mühlgraben-
 Mauer ...
 Im Garten Eden wehen
 Nebel über verknotete Rebstöcke
 am Steg
 die auf Dauer geschlossenen
 Läden der Alten herber Zaun zäher
 duftender Rainfarn 

Joachim Sartorius

Joachim Sartorius, geboren 1946 in Fürth/Bayern, wuchs in Tunis auf und lebt heute in Berlin. Er ist Intendant der Berliner Festspiele. Neben den Anthologien "Atlas der Neuen Poesie" (1995) und "Minima Poetica" (2001) veröffentlichte er zuletzt die Gedichtbände "In den ägyptischen Filmen" (2002) und "Ich habe die Nacht" (2003) sowie den Essayband "Das Innere der Schiffe" (2006).

1998 erhielt er für seine Übersetzungen amerikanischer Lyrik den Paul-Scheerbart-Preis. Joachim Sartorius nahm 1995 und 2005 an Poesie der Nachbarn teil.

Joachim Sartorius, Freundschaft der Dichter, September 1995 

Wie Babel blättern wir
 in den Wörterbüchern, gewaltig,
 nicht wütend, freundlich mit denen,
 die uns die Wörter brachten.
 Sie stehen im Licht vor den Fenstern,
 dahinter der Garten, die steinerne Bank,
 darunter die Katze und die tote Maus,
 daweiter die Reben, die Ordnung,
 mit der wir Silben tauschen. 
 Kuppler sind wir. Wollen, daß
 zwei fremde Zungen
 sich heftig, ungezwungen
 treffen. Der Wein hilft,
 die Sonne, der große Raum
 mit den Dichtern in so viel Licht
 und raschelnden Büchern. 
 Das Mahl als Belohnung
 am Abend. Ranken auf weißem Tuch.
 Landesherrliche Speisen.
 Zehn Finger legen wir auf sie.